Ein Abenteuer geht zu Ende

Mein Abenteuer Grönland ist nun nach 7 Wochen schon wieder vorbei. Die Zeit verging im Nachhinein mal wieder viel zu schnell, aber wenn ich überlege, was ich alles erlebt habe, war die Zeit gar nicht so schnell vorbei.
Trotz Schnee und ein bisschen Wind sind wir Gott sei Dank heute morgen los geflogen. Ich hatte wirklich Bedenken, dass wir nicht nach Plan fliegen werden, aber alles hat super geklappt.

Ich habe Abschied genommen von der größten Insel der Welt und der wunderschönen Landschaft, aber es war kein Abschied für immer, ich werde auf jedenfall nochmal auf diesen wunderschönen Fleck auf der Erde zurückkehren.

Vielen Dank für alle, die meinen Blog verfolgt haben und auch für die lieben Kommentare, ich hoffe er hat gefallen.

Das ist es jetzt erst einmal von mir, aber ich melde mich eventuell mit meinem nächsten spannenden Abenteuer zurück.

Sisimiut 2.0

Gestern haben wir ein Abschiedsessen mit unseren Schülern veranstaltet und es gab wieder leckeres Essen und ein paar Spiele wurden gespielt. Ich fand es einen schönen Abschluss von diesem Abenteuer. Dennis und ich hatten Glück und haben sogar ein paar Geschenke bekommen, über die wir uns sehr freuen!

Heute ging es mit dem Helikopter wieder zurück nach Sisimiut, wo ich noch zwei Nächte übernachten werde und dann hoffentlich Freitag (wenn das Wetter mitspielt) über Kangerlussuaq weiter nach Kopenhagen fliege. Der Flug eben dauerte ganze sieben Minuten und ging viel zu schnell vorbei. Die Landschaft von oben zu sehen ist einfach wunderschön.
Eine Gruppe Menschen hat uns am Helikopter verabschiedet und es kam mir so vor, als wären sie wirklich dankbar, dass wir sechs Wochen bei ihnen in Sarfannguit gelebt und unterrichtet haben.

Es fühlt sich wunderschön an wieder in Sisimiut zu sein! Es fahren Autos, Busse und es gibt eine Klospülung! Mir fällt direkt auf, dass die Sonne sehr viel höher und stärker scheint als noch im Januar. Der Frühling steht hier also auch vor der Tür. Wir werden uns jetzt mal ins Auto setzen und zum großen Supermarkt fahren und das einkaufen, was es in Sarfannguit nicht gegeben hat, und natürlich werden ein paar Souvenirs gekauft.

 

Ein Wunsch wurde mir erfüllt

Nach dem Fest gestern habe ich natürlich erstmal ausgeschlafen, dann in aller Ruhe gefrühstückt und ein wenig Sport gemacht. Ich war gerade mit Haare föhnen fertig, da klingelte das Telefon und es hieß einer von uns beiden kann jetzt mit Schlittenhunde fahren. Mit schlechtem Gewissen habe ich mich schnell angezogen, da Dennis ein Gentleman ist und mir den Vortritt gelassen hat (DANKE!!). Mit der gesamten Familie Fischer ging es dann also mit einem kleinen Boot rüber auf die andere Seite. Die Familie hat einen Spaziergang gemacht und ich mit mit dem Vater auf dem Schneemobil durch die Landschaft gedüst, um die Spur der Hunde aufzunehmen. Auf dem großen zugefrorenen See haben wir sie dann gefunden und ich bin auf den Schlitten gesprungen. Es war die erste Tour für die Hunde, da sie erst sechs Monate alt sind. Ab und an ist immer mal wieder einer aus der Reihe getanzt und der Hundebesitzer sprang vom Schlitten, um die Schnur wieder ordentlich zu machen. So sind wir ca. 15 Minuten durch die Landschaft gefahren. Es war total schön und ich habe Ausschau nach Rentieren gehalten, die sich aber heute ziemlich gut versteckt haben. Wieder bei der Familie angekommen, gab es Kaffe und Tee und dann sind wir wieder die Eisrutsche hinunter gerutscht und die Aussicht genossen.

Das war ein spontaner super Sonntag 🙂

ena hunde

hunde sonne
Der Sonne entgegen

moschus

schlitten dorf
Ein Hundeschlitten und im Hintergrund Sarfannguit

Pilluarit

Heute wurden Dennis und ich zum 120. Geburtstag eingeladen. Der „Bürgermeister“ und seine Frau (Lehrerin) feierten beide ihren 60. Geburtstag und wir waren eingeladen. Ich habe mich schon lange auf die Feier gefreut, um ein traditionelles grönländisches Fest mitzuerleben. Da ich außer „Thermo-Klamotten“ nichts hier habe, wurde aus Deutschland noch schnell eine Bluse geschickt, damit ich ein bisschen ins Bild passte. Es war eine große Tafel gedeckt und das Essen wurde als Buffet aufgebaut. Es ging mit den Vorspeisen los: Fischsuppe, Garnelensalat, geräucherter Lachs und Brot. Alles schmeckte sehr lecker und es gab sogar Tomaten und Gurken, die die Kinder der Gastgeber aus der Stadt mitgebracht hatten. Das war beim Essen auf jeden Fall mein Highlight 😉 . Weiter ging es mit der Hauptspeise: Rentier,  Rotkohl, Kartoffelgratin, Gemüse und Soße. Als Nachtisch wurde Kaffee und Tee, Rosinenbrötchen, Kuchen und Schokolade aufgedeckt.

Während der Feier wurden immer mal wieder Reden gehalten. Ich war sehr erstaunt darüber, dass sogar bei einer solchen Feier die Handys nicht mindestens auf lautlos geschaltet werden. So klingelte es des öfteren laut im Saal während gesprochen wurde und es wird dann nicht aufgestanden oder der Anruf weggedrückt, sondern hier nehmen sie den Anruf an und sprechen ins Telefon während zur gleichen Zeit eine Rede gehalten wird. Das finde ich, auch nach knapp fünf Wochen, immer noch respektlos.

Es gab mehrere Momente heute Abend, die mich ein wenig ins Staunen gebracht haben, unter anderem die Situation mit den Handys. Hinzu kommt, dass ein Gast schon erheitert zum Fest erschien und während den Reden gerne mal dazwischen gesprochen hat. So etwas kennt man vielleicht von Zuhause, aber hier hat es mich gewundert, dass niemand etwas gesagt hat und es alle, so kam es mir vor, einfach hingenommen haben. Ein anderer Gast schien nach dem leckeren Essen so müde zu sein, dass er einfach mit dem Kopf auf dem Tisch einschlief und erst vier Stunden später wieder erwachte.

Immer mal wieder wurden Lieder angestimmt, die wir Dank Liedertexten mitsingen konnten. Ich fand es sehr schön grönländische Lieder zu hören und auch mitzusingen und so noch einmal mehr die Sprache zu lernen. Zum Ende hin wurden Geldmünzen auf den Boden geworfen und wir Gäste krabbelten auf dem Boden herum, um diese einzusammeln. Eine Münze ist gekennzeichnet und wer diese findet bekommt einen Preis. Natürlich haben wir diese Münze ergattert und so 100kr gewonnen (naja gut, Dennis hat gewonnen).

Es war ein sehr schöner, gemütlicher Abend mit vielen neuen Eindrücken in die grönländische Tradition. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich zu dieser Feier eingeladen wurde und ich diese Erfahrung machen durfte.

 

Eine weise Erkenntnis

So, ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Die Tage vergehen hier und der Alltag hat sich eingeschlichen. Gestern wurden wir aus dem Bett geklingelt, da ein Lehrer krank war und so hieß es mal wieder improvisieren. Zwei Stunden Englisch und drei Stunden Mathe, die Zeit verging aber relativ schnell und ich glaube, sowohl die Kinder als auch wir hatten Spaß.

Heute waren wir wieder zum „kaffimik“ eingeladen, also Geburtstag. Die Tafel war wie gewohnt reichlich gedeckt und es gab Moschusochse, Rentier, Rentierherz-Ragout, Rentierzunge, Rentierkiefer (eigentlich alles vom Rentier 😉 ), Fischsuppe, Fisch, Tümmler und Unmengen an Torten und Kuchen. Ich habe mich diesmal von den rohen Lebensmittel ferngehalten, da ich sie einfach nicht mag und sie mir tagelang im Hals stecken. Von Organen halte ich mich schon immer fern, denn bei der Vorstellung Leber oder Herz eines Tieres zu essen, nein danke. Der Moschusochse hat sehr lecker geschmeckt und auch die zahlreichen Kuchen waren hervorragend.

Nach dem „kaffimik“ wurden wir zu einem Treffen im Dorf eingeladen, kleine Version eines Stadtrats könnte man sagen. Ich fand es sehr entgegenkommend und habe es sehr geschätzt, dass wir dorthin eingeladen wurden. Mit uns waren 12 Leute aus Kindergarten, Sozialwesen, Kirche, Freizeitclub, Krankenstation und Schule anwesend. Es wurden viele verschiedene Themen angesprochen: unter anderem Sommercamp und Segeltour für die Kinder. Die Qeqqata Kommune hat Inlandsprojekte im Auge und versucht diese in die UNESCO Weltkulturerbeliste zu etablieren. Geplant ist auch, dass die Kinder lernen wie man traditionelle Handarbeit betreibt, welche hier im Dorf sehr wenig betrieben wird. Dann haben sie über Ziele gesprochen. Ein Ziel ist unter anderem, dass das Dorf ihre jährliche  Tonnenanzahl an Dorsch erhöhen möchte. Nächstes Jahr feiert Sarfannguit 180 jähriges Jubiläum und es steht ein großes Sommerfest an.

Mir hat dieses Treffen heute sehr gefallen, auch wenn es anstrengend war zu folgen, da das meiste auf grönländisch besprochen wurde, aber für uns auf dänisch übersetzt wurde. Ich habe vor meinem Aufbruch nach Grönland vieles über das Land gehört, gelesen, gesehen und so habe ich mir das Land vorgestellt. Doch nun bin ich knapp vier Wochen hier und ich muss sagen, das meiste stimmt so nicht. Es ist spannend zu erleben, wie das Bild eines Landes und deren Bewohner sich ändern kann, wenn man es erst einmal bereist und kennenlernt. Das ist eine Erkenntnis, die ich hier auf dieser Reise gemacht habe. Daher ist es wichtig, nicht allem Glauben zu schenken, was man zu hören oder zu sehen bekommt, man sollte sich immer selbst ein Bild machen!

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Kleiner Welpe
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Rentierkiefer und unten links das Helle ist die Zunge

Trachtenabend

Wow, ein weiterer Wunsch von mir ist in Erfüllung gegangen: Ich wollte immer gerne die grönländische Tracht tragen. Heute ist mir der Wunsch erfüllt worden 🙂

Wir waren bei einer Schülerin zum Abendessen eingeladen, es gab Fischsuppe mit „Mattak“ (Walhaut und Walfett), Krabbenfleisch, Heilbutt und verschiedene Gemüsesorten darin. Es war das erste Mal, dass ich Fischsuppe gegessen habe und sie hat mir super geschmeckt. Dann gab es noch Rentier, Gemüse, Kartoffeln und Soße und zum Nachtisch Crêpes, Eis und Kuchen.

Dennis und mir wurde angeboten, dass wir die Tracht gerne mal anprobieren können und ich habe mich direkt gefreut und natürlich haben wir zugesagt. Also zogen wir die Tracht an und die Frauentracht ist sehr viel bunter und umfangreicher herzustellen als die Männliche. Die „Kamik“ (Stiefel) sind mit Robbenfell gefüttert und auch die Hose ist aus Robbenfell. Das Oberteil ist mit Perlen bestückt und sieht wunderhübsch aus. Es schien auf mich so, als hätten sich alle sehr gefreut, dass wir „ihre“ Tracht anhaben und es wurden viele Fotos von uns gemacht.

Es war mal wieder ein sehr interessanter und schöner Abend bei einer lieben und gastfreundlichen grönländischen Familie!

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Männer- und Frauentracht
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Fischsuppe

 

Ausflug zur anderen Seite

Heute und morgen sind hier an der Schule Winterferien und somit hatten wir keinen Unterricht. Wir fragten letzte Woche unsere Schüler, ob sie Lust hätten, uns ein bisschen die Gegend zu zeigen. Eine Schülerin hat einen Bruder und er fuhr uns runter von der Insel auf die andere Seite. Zusammen mit vier Schülerinnen sind Dennis und ich also mal runter von der Insel gekommen.

Aber ich fang mal mit unserem Morgen heute an: Gestern waren es hier -27,5 Grad und das war unser Rekord und wir hatten gehört, dass es wohl heute auch so kalt sein soll. Während des Frühstücks klopfte es an der Tür und eine unserer Schülerinnen erzählt uns, dass es -34 Grad sind und dazu der starke Wind. Sie fragte uns dann, ob wir trotzdem noch mit dem Boot los wollen. Dennis und ich überlegten natürlich gar nicht und sagten sofort zu. Als sie wieder ging überlegten wir, wie viele Klamottenschichten wir uns denn anziehen. Ich hatte am Ende 7 Lagen für den Oberkörper, 4 an den Beinen, 3 an den Füßen und 2 auf dem Kopf. Da ich nicht gefriert habe auf dem Ausflug, kann ich sagen, dass sich die 1000€ für die Klamotten rentiert haben. Bis auf meine Fußzehen, die glaube ich zwischendurch dunkelblau wurden, habe ich nicht gefroren und auch keinen Windzug auf der Haut (außer natürlich im Gesicht) gemerkt. Mein Gesicht war knallrot während der Tour und es sah vielleicht sogar ein wenig verbrannt aus, obwohl wir uns vorher dick mit Vaseline eingecremt hatten.

Als wir aus der Tür gingen und uns auf den Weg machten zum Hafen, pfeifte der Wind um unsere Ohren. Bis auf die Kälte, fühlte ich mich durch den Wind ans schöne Flensburg erinnert 😉

Die Überfahrt im kleinen Fischerboot verlief super, obwohl es schon ein wenig wellig war heute auf dem Fjord. Auf der anderen Seite angekommen mussten wir über eine dicke gefrorene Eisschicht mehr oder weniger balancieren. Auch dort peitschte der Wind nur so und der Schnee fegte über das Eis. Es sah wunderschön aus und auch der Blick auf Sarfannguit war wunderbar. Im Sommer spielen die Kinder aus dem Dorf dort drüben Fußball und wir sahen die Fussballtore und ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie schön es hier im Sommer ist. Auf dem Rückweg sind wir dann die Eisschicht runtergerutscht und es hat sehr viel Spaß gemacht. Mit Dennis‘ GoPro haben wir witzige Filme drehen können.

Der Tag war heute also sehr schön abwechslungsreich und bitter kalt, aber auch das war die Erfahrung wert und meine Fußzehen sind alle wieder rosig und warm.

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Kurz bevor wir wieder „Zuhause“ ankamen, man sieht gut, wie alles eingefroren ist.

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Die Rutschebahn

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Wir Mädels

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Da drüben auf der anderen Seite sieht man Sarfannguit.

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Dennis und ich (falls man es nicht erkennt 😉 )

Guten Appetit

Guten Appetit

Das war doch mal ein appetitliches Wochenende! Freitag in der Pause vom Unterricht haben unsere Schüler uns „Mattak“ angeboten. Mattak ist rohes Fett mit Haut vom Narwal oder auch von anderen Walarten, aber unsere Schüler hatten es vom Narwal. Sie boten uns natürlich etwas an und ich bin nicht nach Grönland gereist, um nicht auch Spezialitäten des Landes zu probieren. Die Konsistenz vom Fett mit der Haut ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt mein Fall, da es sehr zäh und somit total schwer zu kauen ist. Ich kann gar nicht genau sagen, wonach es schmeckt, aber nach nicht so viel. Dazu gab es dann noch trockenen Dorsch und den Mattak haben sie in Tomatenaromat getunkt, damit es ein bisschen nach was schmeckte. Drei Schüler haben in der Pause ein gutes Stück Mattak und auch den trockenen Dorsch verputzt. Mir war danach im Unterricht etwas übel, weil mich die Vorstellung rohes Walfett mit Haut gegessen zu haben etwas schummrig gemacht hat.

Samstag wurden Dennis und ich vom „Bürgermeister“ und seiner Frau zum Essen eingeladen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, weil ich die beiden sehr gerne hab und er so viele Geschichten erzählen kann, da er schon so viel erlebt hat in seinem Leben. Als Mitbringsel haben wir Schokoladenmousse zum Nachtisch gemacht und sind gegen 14:00 zu ihnen. Wir haben Kaffee getrunken und ganz viele Geschichten gehört und auch viele „Souvenirs“ angeguckt, die das Ehepaar zuhause im Schrank stehen hat. Da waren zum Beispiel geschnitzte Robben und Eisbären aus Walrosszahn, Trommeln aus Robbenfell, welche für den Inuit-Trommeltanz benutzt werden. Außerdem verschiedene Messer Namens „Ulu“ und Steine vom Thule-Berg. Ich werde versuchen auch solche Souvenirs mit nach Deutschland zu nehmen, aber hier im Dorf gibt es leider keinen, der sie herstellt. In Sisimiut gibt es einen „Craft-Laden“, wo ich gerne etwas kaufen würde, aber die Preise sind nicht grade günstig.

Aber zurück zur Essenseinladung: Als Vorspeise gab es einen runden Zwieback, mit einem Stück Ananas und einer Lachs-Zwiebel-Creme darauf dekoriert mit Avocado. Ich mochte die Vorspeise sehr gerne und es war ein Aufeinandertreffen von verschiedenen Geschmacksrichtungen im Mund, die perfekt miteinander harmonierten. Als Hauptgang haben die beiden eine Lammkeule, Gemüse, kalten Rotkohl, süße Kartoffeln, Kartoffelgratin und braune Soße zubereitet. Es war unglaublich lecker. Das Lamm soll das Beste in der Welt sein, und nicht, wie ich dachte, das neuseeländische Lamm. Das Lamm schmeckte tatsächlich sehr zart. Den Rotkohl isst man hier kalt und nicht wie bei uns warm wie die anderen Lebensmittel.

Insgesamt waren wir gute zehn Stunden bei den beiden und ich hatte einen wunderschönen Samstag Nachmittag und Abend. Es war schön viele Geschichten und Erlebnisse aus ihren Leben zu hören und ich hab auch einiges mehr über die Bewohner aus dem Dorf erfahren, somit auch Dinge, die nicht wirklich schön sind.

Heute wollten wir ganz gemütlich in der Schule ein leckeres Sonntagsfrühstück zubereiten und Brot backen, da wir bei uns keinen Ofen haben. Wir sitzen grade beim Frühstücken, da ruft uns der Schulleiter an und sagt, dass nebenan im Versammlungshaus eine Kindstaufe stattfindet und wir auch eingeladen seien. In „sonntags Gammelklamotten“ hieß es dann auf zur Taufe und uns für die Einladung zu bedanken. Als wir dort ankamen gratulierten wir wieder allen Familienmitgliedern zur Taufe und haben uns etwas von der riesigen Auswahl an Essen genommen, da wir es für unhöflich hielten nichts zu nehmen. Es gab Rentier, Walross, Weißwal (Beluga), eine Form von Hering, Lachs, Hähnchen, eine Suppe, Reis mit Gemüse, Kartoffelgratin, Garnelen, Darm (ich weiß leider nicht von welchem Tier) und unendlich viele Kuchen. Ich habe mir von allem Unbekannten etwas genommen und so hatte ich Rentier, Walross, Beluga und Darm auf dem Teller. Rentier schmeckte für mich wie Reh und Walross wie Wild mit einem Hauch von Fisch, den Geschmack vom Darm kann ich nicht zuordnen, aber die Konsistenz war weich und zäh zugleich. Der Beluga schmeckte wie Mattak am Freitag, nach nicht viel, aber merkwürdige Konsistenz. Zum Nachtisch gab es dann noch ein Stückchen vom Nusskuchen, der wie von Mama schmeckte.

Das war also ein kleiner Ausflug in die grönländische Küche an diesem Wochenende. Sehr interessant und ich hoffe, dass ich nochmal die Möglichkeit bekomme Moschusochse, Robbe und/oder Eisbär zu probieren.

Meine Kamera ist zur Zeit etwas verstellt, weil ich unbedingt die Polarlichter fotografieren wollte und alles umgestellt habe, darum sind jetzt die „normalen“ Bilder ein bisschen unscharf..aber das wird wieder 😉

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Die Trommel aus Robbenfell!

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Der Halter von der Trommel ist aus dem Kiefer eines Hundes gemacht.

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Rentier, Walross, Lachs, Hering und Beluga

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 Ein Mitglied der „Tauf-Familie“ in Nationaltracht

 

Aurora Borealis

Da sind sie endlich!!

Man gut ich gucke vor dem Licht aus machen nochmal aus dem Fenster, denn heute tanzten die Geister nur so durch den Sternenhimmel. Total hell und mit schnellen Bewegungen ließen sich die Nordlichter heute bestaunen. Dennis hat es sogar mit der Kamera endlich hinbekommen und so könnt ihr sehen, was wir fast jeden Abend zu Gesicht bekommen. Also hieß es heute mal wieder schnell im Schlafanzug in Jacke und Stiefel steigen und raus in die Kälte.

Es sieht für mich einfach aus, als würden Geister durch den Himmel tanzen und ein Fest feiern. Nicht alle Bilder sind gestochen scharf, aber dafür sind die Lichter umso schöner. Viel Spaß beim Angucken 🙂

bearbeitet

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Resumé nach einer Woche

Heute vor einer Woche sind wir mit dem Helikopter hier in Sarfannguit angekommen und für mich fühlt es sich an, als wären seitdem mindestens drei Wochen vergangen. Langsam „öffnen“ sich die Menschen uns gegenüber und wir haben uns „fertig beschnuppert“. Ich bekomme das Dörfchen-Leben gut mit und weiß langsam, wer hier für was zuständig und hab in den Alltag gefunden. Der Preis beim Einkaufen wird mich auch weiterhin schocken, aber so ist das hier wohl. Mich macht es abends sehr früh müde, jeden Tag so viel grönländisch zu hören, weil man seine „Antenne auf Funk“ gestellt hat und versucht zu verstehen, was geredet wird, aber man einfach kein Wort versteht.

Heute haben wir das erste Mal die Möglichkeit bekommen in der „normalen“ Schule zu unterrichten, da ein Lehrer krank geworden ist. So hatten wir 2 Stunden Englisch in der 8. Klasse mit drei Schülern, 2 Stunden Englisch in der 4.-6. Klasse mit vier Schüler/innen und nochmals 3 Stunden Mathe in dieser Klasse. Es war spannend so spontan zu unterrichten und nicht zu wissen, wie eigentlich der Stand der Schüler ist. Hinzu kam natürlich noch die sprachlichen Barrieren im Englischunterricht sowohl als auch Dänisch im Matheunterricht. Diese Barrieren haben die Schüler und auch wir aber sehr gut gemeistert und ich denke und hoffe, dass die Schüler etwas aus dem Unterricht mitnehmen konnten.

Am Freitag habe ich zum ersten Mal Nordlichter gesehen und gucke seitdem jeden Abend vor dem „zu Bett gehen“ nochmal in den Himmel und habe oft Glück sie nochmal zu sehen. Es ist immernoch unbeschreiblich und unglaublich diese Lichter zu sehen. Dieses grüne oder auch lila/rotes Licht, welches am Himmel tanzt und strahlt ist wunderschön und scheint nicht von dieser Welt. Ich habe bis jetzt nicht meine Kamera dazu bekommen, die Lichter einzufangen, aber ich hoffe ich habe jetzt die richtige Einstellung gefunden und warte nun auf gute Bedingungen. Wenn es mir gelingt, dann werdet ihr hier natürlich die Bilder stolz präsentiert bekommen 🙂

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Ein Schneeroller 🙂

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„Unsere“ Klasse im NUIKI-Projekt